Tipps für SeglerUmweltschutz

Der Umwelt zuliebe: clean up the beach

Umweltschutz-Einweisung der Törnteilnehmer seitens der Skipper von Club Nautique

„clean up the beach“ eine Sache die aus meiner Sicht von allen Seglern unterstützt werden sollte.

Umweltschutz ist mir sehr wichtig. Deshalb erfolgt zu Beginn des Törns von mir immer die Einweisung, dass jedes Crewmitglied unbedingt darauf achten soll, keinerlei Müll ins Wasser zu werfen. Auch Gemüse oder Obst sollte nicht im Meer landen. Das mag der ein oder andere komisch finden, doch wenn jeder seinen Kompost im Meer entsorgt, dann kann auch das zu einer Veränderung führen.

Meine Prämisse ist es: „Hinterlasst alles so sauber wie es geht“.

Auch Klopapier sollte nicht in der Toilette landen, wenn die Toilette keinen Auffangbehälter hat. Stattdessen in eine Tüte werfen und an Land entsorgt. Auch wenn sich Klopapier schnell auflöst. Liegt man in einer Bucht und schaut ins glasklare Wasser oder schnorchelt in der Bucht umher, ist man froh, wenn man nicht so vielen „Klopapier-Fischen“ begegnet oder sie auf dem Meeresboden ruhen sieht. Außerdem gilt auch hier, würde es jeder so machen, so würde es bald zum Problem werden. Klopapier wächst nicht im Meer, also hat es dort auch nichts verloren. Wenn wir wenigsten so kleine Dinge berücksichtigen, leisten wir schon einen Beitrag zu „clean up the beach“. Abgase und ähnliches landen ja eh schon im Meer.

Genauso mit den Zigarettenstummeln. Vielen ist nicht bewusst, was Zigarettenstummel für eine Verschmutzung auslösen.

Vor dem ersten Einkauf, gebe ich gerne den Hinweis, möglichst verpackungsarm einzukaufen. Wenn trotzdem mal eine Plastiktüte anfällt, kann man diese für die Klopapierabfälle nutzen. Auch im Allgemeinen können Tüten oder feste Verpackungen noch mal eine Zweitverwendung beim Verpacken finden. Man muss nicht unbedingt Frischhaltefolie, Alufolie oder ähnliches neu verwenden, sondern kann durch das Verwenden von gebrauchten Verpackungen Müll vermeiden. Ein weiteres Problem ist außerdem der Platzmangel an Bord. Da wird den meisten Menschen erst bewusst, wieviel Müll an einem Tag anfällt. Man macht ihn zwar schnell, möchte sich aber oft nicht gerne um die Entsorgung kümmern.

Außerdem finde ich es wichtig, dass am Ende eines Törns, nicht einfach alle übriggebliebenen Lebensmittel entsorgt werden. An Bord achten wir darauf alles zu verwerten oder foodsharingmäßig weiter zu geben.

Sogar Shampoo, Duschgel, Zahnpasta, Sonnenmilch und Spülmittel sind eine Umweltfrage auf einem Törn. Meist gehen all diese Produkte ungefiltert ins Wasser. Deshalb ist das hier auch ein Umweltschutz Thema.

Möglichst sparsames verwenden ist die Vermeidungsstrategie. Naturprodukt zu benutzen ist die Strategie, wenn es sich nicht ganz vermeiden lässt.

Viele sehen diese Dinge als marginal an. Ich sehe es als den Anfang aller Umweltschutzmaßnahmen. Gerne wird auf andere gezeigt und gesagt „der da macht ja eh noch viel mehr Dreck als ich“. Doch darum soll es nicht gehen. Jeder fängt da an, wo es ihm möglich und wichtig ist.

Clean up the beach ist eine super Sache. Doch auch hier gilt, man sollte nicht nur die Symptome behandeln, sondern auch an die Ursache ran gehen. Das bedeutet nicht, dass man den Müll liegen lassen soll, aber effektiver ist auf Dauer die Müllvermeidung. Sich selbst oder andere daran zu erinnern, Müll nicht in der Natur zu entsorgen, ist schon eine große Sache. Und darauf zu achten den Müll erst gar nicht zu verursachen.

Denn jeder weiß, dass wir mit der Müllentsorgung grundsätzlich heillos überfordert sind und wir nicht mehr wissen wohin mit dem Müll.

Praktisches Umweltschutz Beispiel für Elba; auch hier gibt es Schildkröten. Schildkröten verfangen sich besonders oft in altem Müll jeglicher Art. Es ist sehr traurig eine Schildkröte zu sehen, die auf Grund von Müll verendet ist. Da Schildkröten sehr alt werden können, muss man sich mal vorstellen, dass manche, Jahre bis Jahrzehnte mit ihrem Leiden leben müssen. Z.B. Strohalme in den Nasenlöchern oder irgendetwas um die Flossen oder den Hals gewickelt, so dass es tief ins Fleisch einschneidet. Auf Strohhalme, kann glaube ich, jeder Erdenbürger verzichten. Das wäre ein wahrer Fortschritt.

Ich sage klar und deutlich, dass wenn man auf Umweltschutz achtet, dass nicht den Spaß am Törn mindern wird. Es kann im Gegenteil sogar die Stimmung heben!

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