Tipps für SeglerAdventskalender-club-nautique-2020

Wir segeln den ganzen Tag bis am Abend am Wind bei 19 – 21 kts.
Das Groß fahren wir zur Schonung des Materials und aus Freude am aufrechten Segeln im 2ten Reff. Aus Freude an der Rauschefahrt ist die Genua nur leicht gerefft oder voll. Am Abend vor dem Hafen gesellen sich zum auffrischenden Wind einige kräftige Böen. Die Genua muss weg. Wie bergen wir die Genua um Überläufer, heftiges killen und Schaden am Segel oder der Takelage zu vermeiden?

Bei den Antwortvorschlägen gibt es sowohl bei A) als auch bei B) Ungenauigkeiten.

Die Antwort A ) wäre die richtige, wenn ich auf den Kurs „Am Wind“ gehe. Leider steht das nirgends in der Antwortvorgabe. Jedoch tue ich mich dabei schwer mit dem Gedanken, jemanden nach vorn zu schicken wenn ich bei 20 kn Wind noch kräftige Böen bekomme. Das würde ich dann wiederum nicht tun, wenn noch die Welle dazu kommt.  Bin ich jedoch im geschützten Bereich ohne Welle könnte man Antowrt A) mit  den Ergänzungen gelten lassen.

Aber natürlich kann ich das Vorsegel ( Genua) auf jedem Windkurs bergen ( wie unter Antwort b ) vorgeschlagen)! Dies ist (mit Rollanlage) auf jedem Windkurs möglich , wen ich das Vorsegel auswehen lasse. Jedoch das Großsegel auf Raumwindkurs, also mit Wind von achtern zu bergen ist nicht möglich. Leider fehlt bei dem Antwortvorschlag B), dass man dann die Maschine  startet , um dann in den Wind zu drehen und auf diesem Kurs das Groß zu bergen.´

So lassen wir hier beide Antworten als richtig gelten!!

Wozu verwendet man eine Versegelungspeilung?  

Hier ist eindeutig die Antwort B) rIchtig! Im Prinzip geht es um die Logik seine Position zu bestimmen auch wenn man lediglich ein Peilobjekt sehen kann. Dazu wird das Objekt gepeilt, also die rechtweisende Peilung zu einer exakt definierten Zeit ermittelt. Somit kann man für diese Zeit eine Standlinie auf der man sich befindet feststellen und in die Seekarte eintragen. Um nun die nötige 2. Standlinie zu bekommen, segelt man mit gleichbleibender Geschwindigkeit und Richtung weiter, um nach einer angemessenen Zeit (15 min, 30 min oder 1 h) ein 2. Mal das Objekt anzupeilen. Die jetzt ermittelte Standlinie trage ich ebenfalls in die Seekarte ein. Da die zurückgelegte Entfernung und  Richtung bekannt sind, kann ich die erste Standlinie um diese Größe verschieben und erhalte einen Schnittpunkt. Dieser sollte relativ genau sein, wenn ich sorgfältig gearbeitet habe.  Siehe Anlage 1!

Wann refft man seine Segel?

Natürlich gibt es an Bord kein Reh und so auch keine Fussrehling: Reling heißt das Geländer an Deck eines Schiffes, welches das Überbordfallen verhindern soll. Dementsprechend sorgt die Fussreling dafür  nicht unter der Reling wegrutschen zu können und diese bietet noch zusätzlich einen Schutz der Außenhaut  zu längsseits liegenden Schiffen oder der Pier. Zur Beantwortung der Frage, so gilt hier die Antwort B) auch wenn es sehr unwissenschaftlich scheint. Gerade beim Segeln sollte man auf seine Sinne und Gefühle (Bauchgefühl ) achten und hören. Das uns von der Natur mitgegebene Alarmsystem funktioniert sehr gut und kann man wieder schulen und  schärfen.  Gerade ohne  viel Erfahrung bekommt man bei zunehmenden Wind und damit veränderter Situation, wenn es dann soweit ist, ein mulmiges Gefühl, wird unruhig und beginnt darüber nachzudenken, ob das wohl alles so in Ordnung ist.  Meist ist dies der richtige Zeitpunkt, nun auch  zu reffen , da der Wind oft  weiter zunimmt und somit das Manöver , die Segel zu reffen, nicht einfacher wird. Im Zweifel gilt sowieso „ Sicherheit geht vor“!

Eine gute Einweisung zu Beginn eines Törns

Diese Frage ist wohl völlig daneben gegangen.

Die Intention war schon auf die Antwort A) ausgerichtet. Zur Begründung die Überlegung, dass die Einweisungen zu Beginn eines Törns, also beim Start, sich auf das Notwendigste beschränken sollte. Also Fragen der Sicherheit, wie Rettungsweste, Rettungsinsel, Gas und Kochen, Elektrik und des allgemeinen Verhaltens an Bord, Wasserverbrauch, Toilettenbedienung. Jede Einweisung, die länger dauert, trifft zunächst ohnehin auf Mitsegler, die dann überfordert sind auf Grund der vielfältigen neuen Eindrücke, der gerade beendeten Anreise, Eincheck usw. ! Man sollte die Mitsegler also zunächst ankommen lassen, so dass diese sich an Bord orientieren können und auch wieder aufnahmefähig sind. Erst dann gehe ich bei einer gründlichen Einweisung in die Tiefe.

Auch hier kann man andrer Meinung sein und so lassen wir wieder beide Antwortmöglichkeiten gelten. Vielleicht ist dies aber ein Denkanstoß für zukünftige Einweisungen!!

Nach dem Start des Motors stelle ich fest, dass schwarzer Rauch aus dem Auspuff austritt. Was bedeutet das?

Zu dieser Frage gibt es keine Interpretationsmöglichkeiten und somit keine 2 Meinungen. Das austretender schwarzer Rauch unbedenklich sein soll, ist angesichts der aktuellen Diskussion zum Klima und Dieselmotoren auch für den Laien als falsche Information erkennbar. Na,  und Fremdkörper haben schon gar nichts in Zylindern von Dieselmotoren zu suchen. Also Antwort A).

„Du entdeckst während der Reise einen „Blinden Passagier“ was machst du?“

Diese Frage zum Nikolaustag von Matthias war sicher auch für jedermann leicht zu lösen. Antwort A), wie ignorieren. Interessanterweise ist es tatsächlich so, dass recht häufig weit draußen auf dem Meer, also 100 sm , 150 sm von jeder Küste entfernt, solche“ blinden Passagiere“plötzlich auftauchen und sich irgendwo niederlassen und verschnaufen.. Gerade im Mittelmeer, welches durch den regelmäßigen Vogelzug überquert wird, staunt man bei solchem Besuchen über die Leistung von Vögeln verschiedenster Art im Wissen, dass diese nicht auf dem Wasser pausieren können. Meist bleiben sie eine Weile , lehnen häufig sogar hingetreute Brotkrummen ab und verschwinden genauso zielstrebig, wie sie gelandet sind.

„Ein Skipper beobachtet um 02:45 Uhr Bordzeit auf See rote Fallschirm-Raketen. Um zusätzliche Hilfe anzufordern nimmt er welche Funk-Aussendung vor?“

Hier nun also eine Frage zum Thema Funk, Nutzung  und Benutzung!! Die rote Rakete am nächtlichen Himmel ist unbedingt ein Hilferuf. Der Skipper beobachtet  einen  Seenotruf.  Diesen Seenotruf muss er also weiterleiten , Antwort B). Da er selbst nicht in Seenot ist, entfällt die Antwort C) und ein Seenotfall bei dem es um Leben oder Tod gehen kann , ist wirklich etwas höher einzuordnen, als eine Dringlichkeitsmeldung, wie Antwort A ) vorschlägt.

„Sehr häufig sieht man im Gepäck unserer Gäste eine Angelausrüstung. Manchmal werden auch in den Häfen ein paar Utensilien erworben. Doch wie ist denn die rechtliche Lage zum Thema Angeln in unserem Revier im toskanischen Archipel?“

Die Frage zum Angeln auf See in italienischen Gewässern.  So lerne auch ich immer wieder Neues. Alexander gibt hier die Antwort B) als richtige vor. Mit einiger Recherche im Netz findet man sicher dazu Informationen. Auf jeden Fall eine interessante Frage.

„Was ist das WOLKE-Prinzip und für was ist es zuständig“

Das war doch mal eine Frage für ein Buchstabenrätsel. Ganz sicher eine sehr gute Merkhilfe für alle, die noch nicht über soviel Routine verfügen.

„Du stehst auf Deiner Yacht in der Plicht mit dem Rücken zum Wind, der aus nördlicher Richtung weht. Du siehst zudem, dass die Wolken von rechts nach links ziehen. Was für eine Wetteränderung wirst Du erwarten?“

Endlich eine Frage zum Thema Wetter. Immer wieder hochinteressant und spannend. Und mit relativ wenigen Grundkenntissen und den daraus zu ziehenden Schlussfolgerungen, kann man jeden Törn ( fast jeden ) erfolgreich gestalten. Natürlich wird hier nach der sogenannten Barischen Wetterregel gefragt. Diese beschäftigt sich mit den vorherrschenden Zugrichtungen von Drucksystemen auf der Nordhalbkugel und der Drehrichtung des Winds um ein Tief-  oder Hochdruckgebiet. Antwort A)

„Du liegst mit einer Yacht im Hafen und bist zum Auslaufen bereit. Die Crew macht das Schiff klar und füllt noch die Wassertanks. Ein Crewmitglied verwechselt den Einfüllstutzen für den Wassertank mit dem für den Dieseltank, steckt den Wasserschlauch in den Dieselstutzen und füllt dorthinein Wasser auf.

Was machst du?“

Hier wird nun doch eine recht spezifische Frage gestellt und dann noch 3 Antwortmöglichkeiten , so dass nicht mal eine 50 zu 50 Chance bleibt. Zunächst einmal der Hinweis, man mag es nicht glauben, aber es passiert doch immer mal wieder, dass beim Wasserbunkern der Tankeinfüllstutzen verwechselt wird, trotz Beschriftung !! Daher ist dieses Rätsel samt Auflösung gar nicht so exotisch und durchaus angebracht hier. Die Antworten sind  eigenlich schon so formuiert, dass man auch ohne die Fachkenntnis eines Motorenschlossers mit ein wenig Überlegung auf die richtige Lösung kommen kann. Ein guter Bekannter von mir meinte, dass sich viele Probleme von selbst lösen und man diese auch mal aussitzen sollte. Die Antwort A) schläg ja diese Lösung vor. Bei genauerer Betrachtung wird aber wohl niemand  hinaus „ auf offene See „ fahren und einen Motorausfall mit allen Konsequenzen riskieren! Zu Antwort B) wird ein interessantes Szenario aufgebaut , um das oben schwimmende Wasser abzusaugen! Nun gut , hier muss man schon ein wenig kritisch sein, wenn man nicht ohnehin weiß, dass Diesel oben schwimmt , das Wasser sich also am Boden sammeln wird. Wenn man aber einmal misstrauisch geworden ist, dann bekommt man mit wenigen Klicks im Netz die richtige Information. Somit bleibt nur die Lösung Antwort C)

„Was kann der Skipper mit Hilfe des“ Augsprunges“ einschätzen?“

Der sogenannte Augsprung ist leider auch so eine vergessene traditionelle Methode , um sich auch ohne all die technischen Hilfsmittel auf See zu orientieren. Natürlich ist die Antwort B) die richtige, da ein Skipper an Bord immer das Kartenmaterial  des Reviers dabei haben muss und so die Größe einer Insel exakt bestimmen kann. Sollte jedoch die Elektronik ausfallen und man hat nicht gut mitgekoppelt, dann ist eine Orientierung zur Entfernung mit Hilfe des Augsprungs sehr hilfreich. Letztendlich geht es dabei darum , dass man am ausgestreckten Arm und aufgerichteten Daumen mit einem Auge  z.B. ein Ende der Insel anpeilt. Wenn ich nun das offene Auge, mit dem ich gerade peile, schließe und dafür das andere Auge öffne, dann wird der Daumen bezogen auf das angepeilte Inselende einen Sprung machen. Die Entfernung dieses Sprunges kann ich bezogen auf die Insel abschätzen, also z.B. die Hälfte der Insellänge. Da die Inselgröße aus der Karte bekannt ist, z.B. 2 sm, so ist mein Daumen also 1 sm „gesprungen“, hat sich optisch weiterbewegt. Die Regel besagt nun, dass man etwa das 10fache dieser Distanz „Augsprung „ vom beobachteten Objekt entfernt ist. In unserem Beispiel wären wir dann 10 sm entfernt! Probiert es selbst , geeignete Objekte gibt es auch an Lang genügend. Ihr werdet sehen, ohne große Übung lässt sich diese Methode mit einiger Genauigkeit anwenden.

„Die seemännischen Entscheidungen auf Charteryachten:
a) werden durch den Skippers getroffen, sind durch die Autorität seiner Position unumstößlich und stehen nicht zur Diskussion.
b) können durch die Crew diskutiert werden, der Skipper trifft die endgültige Entscheidung.“

Hinter diesem Rätsel verbirgt sich unser Credo;  die Motivation, der Anspruch und das Ziel von uns Club Nautique Skippern! Wir haben Freude am Segeln und wollen diese Freude am Segeln, auf dem Meer , bei den Törns , an Euch weitergeben.  Das kann natürlich nur gelingen, wenn Ihr eingebunden seid, Fragen habt , diese stellen könnt und auch beantwortet bekommt. Ja mehr noch, wenn Ihr möglichst viel mittun dürft und  dabei natürlich auch Fehler machen könnt. Ihr könnt gern das Steuer übernehmen, Segel setzen, die Manöver fahren , beim Ab – und Anlegen aktiv dabei sein, Ankern und vieles mehr. Ihr sollt möglichst viel Spass auf unseren Töns haben. Wir sind für Euch da, Euer Backup und Eure Sicherheit, so dass möglichst keine Probeme entstehen. Damit ist klar , dass wir kein autoritäres Regime an Bord gebrauchen können, also die Antwort B) unser Favorit ist. Für alle, die mit der Antowrt A ) aus nachvollziehbarn Gründen geliebäugelt haben, gibt es natürlich den Hinweis, dass es Situationen gibt, wo sich jede Diskussion während dessen verbietet!! Daher gilt der Grundsatz!!,  während eines Manövers absolut keine Diskussion, alle verhalten sich ruhig und folgen den Kommandos des Skippers!! Vor oder nach dem Manöver können wir wieder alles diskutieren, begutachten, bewerten und auswerten!

„Ein Schiff will/ muss bei starkem Wind in einer Bucht ankern. Mit welcher Methode wird der Skipper die höchste Haltekraft erreichen?“

Nun das Ankern selbst ist immer wieder ein wichtiges und weites  Feld. Bei unseren Törns legen wir viel Wert auf das richtige und sichere Ankern . Die Erfahrungen aus 30 Jahren, immer in Revieren, wo ständig geankert wird, sind schon recht groß und bestätigen uns. So hoffe ich, dass Ihr nicht in Wikipedia nachgesehen habt und ich Euch nun nicht enttäusche, denn dort wird die richtige Lösung C) verkatten, genau gegenteilig bewertet. Ein schön geschriebener Text auf Wikipedia, der auch logisch erscheint, aber eben leider nicht stimmt!! Darüber muss man sich auch nicht wundern, wenn man weiß, wie die Texte auf Wikipedia entstehen. Mir fallen gerade zum Thema Segeln mehrere Einträge ein, die sachlich falsch sind!!  Zurück zum Verkatten, so  gibt es  einige Plätze und Buchtenauf der Welt, wo wir nur mit Hilfe des Verkattens sicher gelegen haben. Dies nachdem alle anderen Versuche kläglich gescheitert sind. Besonders gut in Erinnerung ist die Bucht Port Launay auf Mahe ( Seychellen),  schwieriger Ankergrund mit relativ flachen Wasser. Die Antwort A) wird wohl gern in der Literatur empfohlen, ist aber in diesem Zusammenhang nur bedingt tauglich, zumal das Verwarpen einen ganz anderen Hintergrund hat.  Aus der Zeit der Segelsschifffahrt im Mittelalter stammend, wurde das Verwarpen, also das wechselseitige Ausbringen des Ankers genutzt , um Schiffe aus Buchten (mit auflandigen Wind) herauszuwinden. Heute kann man diese Technik gut nutzen , um in Buchten mit begrenztem Platz das Schwojen zu begrenzen. Solch ein typischer Platz war früher die Admirality Bay auf Bequia in der Karibik. Inzwischen hat man auch dort überall Mooringbojen ausgebracht , so dass das Liegen dort einfacher geworden ist. Antwort B) meint das Vermuren , welches für unseren Fall nicht gedacht ist, weil…..! . Aber an dieser Selle möchte ich abbrechen und Ihr merkt schon, dass dieses Thema  noch lange beschrieben und besprochen werden kann. Sehr interessant. Nur 2 Anmerkungen möchte ich zum Schluss noch loswerden. Die beschriebenen 5 m Abstand zwischen den Ankern bei unserer richtigen Lösung, sollten nicht als fixe Größe verstanden werden!! Dies variiert natürlich entsprechend den Gegebenheiten und der Wassertiefe. Und als 2. Punkt , so ist alles was hier bisher von mir vorgetragen wurde, mit Blick auf Sportboote in der Größe bis ca. 20 m zu verstehen. Größere Schiffe, Berufsschiffe, Arbeitsschiffe usw. haben natürlich ganz andere Möglichkeiten, Geräte und Hilfsmittel zur Verfügung, so dass es dann auch andere Lösungen geben kann. Da euch Wikipedia vermutlich falsch gewiesen hat, akzepütieren wir aber auch hier die Antwort A und C

„Auf einem 14 Tagetörn gehen bei der ersten Überfahrt die Kornfakes
aus, später neigen sich auch die Biervorräte dem Ende zu. Am nächsten Nachmittag im Hafen angekommen; was wird als erstes gebunkert?“

Was soll man zu solch einer Frage antworten? Natürlich  muss ein Spass mal sein, wie das Segeln insgesamt nicht zu ernst genommen werden sollte. Versucht man dennoch die Frage logisch zu beantworten, dan ist es so, dass man unabhängig von den pesönlichen Vorlieben, ohne Flüssigkeit nicht so lange klar kommt, wie ohne feste Nahrung.   Also lassen wir dennoch alle  Antworten gelten!!

„Die Crew einer Yacht A unter Segeln möchte den Motor starten und merkt, dass kein Tropfen Diesel mehr vorhanden ist. Weder im Tank noch als Reserve in Kanistern. Ihr, Yacht B, möchtet helfen und einen Kanister mit Diesel während der Fahrt übergeben.
Wie geht ihr vor?“

Immer solche Fragen, deren Beantwortung bzw. Begründung doch ein wenig Text benötigen! 

Da wir unter Maschine sind und  einem Segler, dessen Motor nicht geht, da kein Sprit, etwas übergeben wollen , daher zunächst folgende Überlegung. Man könnte ja einfach auf See stehen bleiben, ruhig liegen und dann nebeneinander liegend, übergeben. Das erfordert  absolut ruhige See, also keinen Seegang, da die Schiffe mit etwas Seegang,  trotz Fender unkontrolliert inneinander, aufeinander krachen!! Deshalb ist es viel vernünftiger, wenn die Schiffe mit gleichbleibender Geschwindigkeit und Richtung sich parallel bewegen. So sind sie relativ zueinander stabil und kontrolliert. Der Segler ist dabei in seiner Manövrierfähigkeit mehr eingeschränkt, als das unter Maschine laufende Schiff. Somit wird also der Segler möglichst stabil Kurs und Geschwindigkeit halten und der unter Maschine laufende das eigentliche Manöver fahren!! Mit dieser Überlegung wird jedem klar, dass ich nicht vor den Segler gehe , um diesen  auflaufen zu lassen , sondern selbst von achtern kommend, die Geschwindigkeit und die Abstände zum Segler  sehr genau kontrollieren kann. Antwort C entfällt) !  Um nun beim Segler keinen Windschatten zu verursachen, welcher ihn langsamer werden lassen könnte , ( unter Seglern meint man damit das Zusegeln), deshalb nähere ich mich auf der Leeseite des Seglers von achten kommend.  Möglicherweise ist der Einfluss einer Yacht unter Motor nur gering, da die abdeckende Fläche relativ klein ist. Dennoch würde ich es so machen, da zusätzlich die Leeseite des Seglers relativ niedrig ist und eineÜbergabe dadurch leichter wird. Fr die Überdeckung der Yachten genügt meist ca. 1/3. Antwort B) ist mein Favorit. Achte nach der Übergabe  darauf, wenn die Yachten sich lösen, dass es einen leichten Sogeffekt gibt. Also langsam lösen indem die Geschwindigkeit geändert wird und nur ganz leicht weggelenkt wird. Vielleicht bist Du sogar so dran, dass der Radeffekt genutzt werden kann.

„Was sind wichtige Schritte vor Eintritt eines schweren Wetters auf See?“

Die Auswahl für die richtige Antwort scheint mir hier klar und sicher für jeden erkennbar  Antwort A). Natürlich sind eine Reihe von weiteren Maßnahmen sinnvoll und zu überlegen. Dazu dann mehr während  der Skippertrainings und  den sonstigen Törns in der kommenden Saison. Reseviert euch Plätze und meldet Euch an!!

„In deutschen Seegewässer und auf Schiffen unter deutsher Flagge gilt die 0.5 Promille-Obergrenze für den Fahrzugführer. Für wen gilt dies noch an Bord von Sportbooten.“

Da wir nun mal keine Passagierschiffe  oder Kreuzfahrer oder gar Fähren sind, daher sind alle an Bord Crew!! Crew ist Crew! Antwort C)

„Bei Deiner täglichen Kontrolle der Bilge des Bootes stellst Du eine nicht unerhebliche Menge an Wasser fest. Was machst Du als erstes?.“

Schiff steht. Erst in der vergangenen Saison hat ein Gast seine Kabine gründlich inspiziert und dabei auch unter der Matraze nachgesehen. Ei n großer weißer Behälter  und sogar ein Deckel drauf. Also schaut er rein und der Behälter leer.  Wer weiß , dachte er sich. Den Deckel drauf , Matraze wieder drauf und fertig. Das anschießende Befüllen der Wassertanks  war nach 1 h noch immer nicht abgeschlossen. Also Kontrolle . Mitunter ist der Wasserdruck bei der Abgabe von Land recht gering. Hier aber alles in Ordnung. Da kam auch schon der Ruf aus dem Schiff “Wasser im Schiff, wir sinken!“  In dieser Situation war mit dem Test auf Süsswasser Antwort A) schnell die Ursache klar. Da bei der Inspektion durch den Gast, wo der Tank leer war, hat dieser den Zusammenhang nicht erkannt , hier wird Wasser eingefüllt und somit muss  der Tankverschluss korrekt sein. Statt dessen den Deckel nur aufgelegt , so das beim anschließenden Befüllen das Wasser über den halb geöffneten Deckel ins Schiff lief. Auch kann mal ein  Schlauchanschluss oder eine Verbíndung sich lösen und das Wasser aus den Tanks in das Schiff auslaufen. Selbst wenn man Salzwasser schmeckt, so  bedeutet dies nicht gleich eine Katastrophe. Zunächst sollte man davon ausgehen , dass auch hier eine Schlauchverbindung im Seewasserleitungssystem ( Motorkühlwasser, Toilettenspülung) oder ein Seeventil undicht geworden ist. Da es nur eine begrenzte Zahl an Möglichkeiten gibt, ist die Ursache  bisher immer schnell gefunden und der Schaden behoben worden.

„Eure Yacht liegt vor Anker bei stürmichen Wetter. Die Yacht vor Euch triftet auf Euch zu.Der Skipper erkennt die Situation zu spät, will sich frei fahren und törn Eure Ankerkette in seinen Propeller. Nun hängen beide Yachten an Eurem Anker. Was ist zu tun?“

Zu dieser Frage gibt es auch keine 2 richtigen Antworten. Auch wenn es widerstrebt und eine harte Entscheidung ist. Aber natürlich, bei stürmischen Wetter,  muss ich handlungsfähig bleiben. Ankerkette komplett raus , das letzte Bändsel , die letzte Sicherung ab und eine Markierungsboje dran. Antwort B). Nun kann ich mich wieder bewegen, meine Möglichkeiten überdenken und die Stiuation aktiv angehen.

„Um bei gutem Wind schnell zu segeln…“

Die Antwort auf diese Frage war sicher leicht. Antwort A)  Leider wird diese Binsenweisheit häufig vergessen, so dass man regelmäßig Yachten sieht, die zuviel Tuch oben haben. Der Schiffsrumpf wurde nun mal so konstruiert, das die maximale Geschwindigkeit´( theoretische Rumpfgeschwindigkeit) bei optimaler Lage im Wasser erreicht wird. Daher kommt auch der Gedanke möglichst aufrecht zu segeln. So kann die Strömung am Rumpf ideal anliegen und der gegen die Abdrift wirkende Kiel das Maximum leisten.  All das kann ich nicht erreichen, wenn die Yacht durch zuviel an Segel mit starker Krängung unterwegs ist. Natürlich ist es auch ein Spass, ein Gefühl von Abenteuer und Herausforderung , die Yacht auf der Backe durch das Meer zu pflügen. Aber das ist eben pflügen und nicht über das Meer gleiten

„Eine Yacht hat Havarie und muss abgeschleppt werden.
Wie gehst du vor?“

Der Schlüssel für die Lösung dieser Frage liegt natürlich in der Überlegung, wie bringe ich die Kräfte, die beim Schleppen auftreten, optimal beim schleppenden und beim geschleppten Schiff an. Zunächst wird mit Hilfe eines Hahnepot die Kraft auf mehrere Stellen an Bord verteilt. Die mitunter gegensätzlichen Bewegungen der Schiffe in der See , können so keinen Schaden verursachen. Wichtig dabei ist natürlich, dass die Schlepptrosse lang genug ist, unbedingt Reck hat und so als Feder wirken kann. Ein weiterer nicht unwesentlicher Vorteil ist der , dass ich die Zugrichtung genau einstellen kann. Wie im Bild dargestellt, kann ich auf der Schlepptrosse eine 2. Leine mit einem Stopperstek befestigen und so einen Hahnepot herstellen samt idealer Zugrichtung, je nachdem wie weit ich diesen Knoten herüberziehe nach Bb. Zur Antwort B), so ist die Frage nach der Drehrichtung der Schraube eine falsche Fährte. Sobald die Yachten Fahrt aufgenommen haben, wird der Radeffekt ohnehin keine Rolle mehr spielen.

„Ein Skipper fährt am 12.09. mit seiner Yacht genau auf dem 51° nördlicher Breite und peilt die Sonne auf dem Schiffskompass (keine Ablenkung, keine Missweisung) in 90°. Wieviel Uhr ist es?“

Matrose Jeff stammt aus zweifelhaften Verhältnissen. Aber er ist ein tüchtiger und ehrlicher Kerl. Und noch ganz schmuck dazu, wenn er sich fein heraus putzt Er würde so gern seine Geliebte Maggie heiraten. Ihre Eltern aber wollen dies nicht zulassen, denn Ihre Familie gehört zum alten Landadel – daher paßt diese Verbindung überhaupt nicht ins Familienbild.
Nachdem Maggie vor lauter Liebeskummer den Balkon herunter stürzte – sie hatte sich zum Glück nur leicht verletzt, denn sie fiel in eine Buchsbaumhecke – haben sich ihre Eltern doch erweichen lassen. Aber ihre Mutter will dem Schwiegersohn in spe noch mal ordentlich auf den Zahn fühlen.
So kam es, daß Jeff am 11.10.2020 um 11:00 Uhr einen Termin mit seiner hoffentlich zukünftigen Schwiegermutter hat.te. Da er am Freitag von langer Fahrt in den Hafen einlief und er den Überredungskünsten seiner Mannschaft erlag (eigentlich wollte er standhaft bleiben und schön nach Hause gehen) waren alle am Abend so richtig ordentlich versackt.
Am Samstagmorgen wachte er nun auf und fand sich in einem sehr zweifelhaften Etablissiment wieder. Filmriss, was war nur passiert! Furchtbar durchfuhr ihn der Schrecken – ob er denn seinen Termin noch schaffen würde? Oder ist die Liebes- und Geld-Hochzeit nun ein für alle mal dahin?
Jeff hat leider keine Uhr. Aber sein Matrosen-Messer und dieses hat am Knauf einen eingebauten Kompass. Durch das Fenster scheint die Sonne und er konnte sie peilen – sie stand auf 160°.
Jeff brauchte 5 min um sich einigermaßen solonfähig zu machen und 15 min Weg zum Treffpunkt mit der alten Lady. Schaffte er es noch oder ist alles verloren??“

Bei beiden Fragen geht es um die Bestimmung der Uhrzeit nach Sonnenstand und Kompass.  Die grundsätzliche Überlegung geht davon aus, dass die Sonne pro 24 h (aus unserer Perspektive) einmal die Erde umkreist, also 360 °. Ganz simpel der Mathematik gefolgt , bewegt sich die Sonne also pro Stunde 15 ° weiter. Wie wir alle schon im Kindesalter lernen , steht die Sonne um 12 Uhr (Mittagszeit) genau im Süden , also bei 180 ° und um Mitternacht gegenüber im Norden auf 360 °! So weiter rechnend, morgens um 06 Uhr demzufolge auf 90 °. Unter Berücksichtigung von Ablenkung und Missweiung sollte unser Schiffskompaß also  06 Uhr in Richtung 90 ° zeigen.

Im Prinzip funktioniert es ja auch so. Da jedoch die Erdachse gegenüber der Bewegungsebene  um die Sonne ( Ekliptik) geneigt ist und die Erde auf ihrer Jahresreise um die Sonne eine Ellipse ausführt, gibt es eine scheinbare Bewegung der Sonne am Himmel im Verlaufe eines Jahres zu einer bestimmten Zeit, auch Analemma  oder Sonnenschleife genannt. So stimmen unsere Annahmen und richtigen Antworten,  Antwort A) bei Jörg und „er schafft es“ bei Martin,  relativ exakt jeweils nur für wenige Tage im Jahr! Diese liegen natürlich im Zeitraum der Tag und Nacht Gleichen!

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